Der Grenzgänger

Von der Todeszone zum Lebensraum – - – - – - – - Eine innerdeutsche Spurensuche – - – - – - – - – - -

Himmel Selektion (2)

39 angekommen und zurückgesehen

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Vergeben, aber nicht vergessen

 

Manchmal lese ich in der Bibel. Bereits dort steht geschrieben:

 

So wahr ich lebe, spricht der Herr, Jahwe, ich habe kein Gefallen am Tode des Gesetzlosen (Dazu zählen die gottlosen SED-Funktionäre und die Mörder an der Grenze), sondern dass der Gesetzlose von seinem Wege umkehre und lebe! (Ich habe nichts dagegen, wenn er wieder Karriere macht und Verantwortung übernimmt). Kehret um, kehret um von euren bösen Wegen!

Wenn ich dem Gerechten sage, dass er gewisslich leben soll, und er verlässt sich auf seine Gerechtigkeit und tut unrecht: So wird aller seiner gerechten Taten nicht gedacht werden, und wegen seines Unrechts, das er getan hat, deswegen wird er sterben. (Ihr Gerechten aus der alten BRD, wenn Ihr eine Finanzkrise anzettelt seid ihr schuldig und ich rechne Euch die ganzen Spenden in den vorangegangenen Jahren nicht an.)

Wenn ich aber zu dem Gesetzlosen spreche: Du sollst gewisslich sterben; und er kehrt von seiner Sünde um und übt Recht und Gerechtigkeit, so dass der Gesetzlose das Pfand zurückgibt, Geraubtes erstattet, in den Satzungen des Lebens wandelt, ohne unrecht zu tun, so soll er gewisslich leben, er soll nicht sterben; aller seiner Sünden, die er begangen hat, soll ihm nicht gedacht werden. Er soll gewisslich leben. (Aber nur wenn er Buße getan hat, wenn er sich bei denen entschuldigt hat, die er gequält, verraten, drangsaliert hat. Wenn er denen hilft, die aufgrund seiner Daten nicht mehr mit dem Leben zu Recht kommen. Wenn er ab sofort Gutes tut.)

Amen.

 

Das war meine Reise. Es war nicht eine einzige Reise, sondern innerhalb von zehn Jahren waren es viele Reisen. Und ich werde immer wieder an die einstige Grenze zurückkehren. Dort kann ich frei denken, mich freuen und mich aufregen.

 

Ich bin zu zwei Erkenntnissen gekommen.

Vergeben. Ja, wir alle müssen vergeben, im Großen und im Kleinen. Der Täter muss um Vergebung bitten, das Opfer muss Vergebung erteilen. Ohne diesen Prozess können weder Täter noch Opfer glücklich werden. Es gibt eine Fachklinik, in der Täter und Opfer gemeinsam daran arbeiten. Die Ergebnisse beeindrucken mich. (Fast) Gesunde verlassen die Klinik. Sie haben gute Chancen auf ein neues Leben.

 

Nicht vergessen. Nein, wir dürfen nicht vergessen, ganz einfach, weil diese Grenze zu unserer Geschichte gehört. Und Geschichte darf nicht vergessen werden, ob sie einem nun gefällt oder nicht. Und doch stelle ich fest, dass sich immer mehr Menschen nicht mehr daran erinnern wollen. Die Vergangenheit ist kein Modetrend. Ich glaube, es gibt nur eine Möglichkeit dies zu ändern. Eine touristische Vermarktung. Die Grenzorte machen Werbung für die Grenzmonumente, laden zum Besuch ein. Veranstalter bieten Reisepakete an – mit Zusatzleistungen vielleicht. Alle Mahnmale sind ausgeschildert, haben passierbare Zufahrtswege, so dass man auch den letzten Wachturm finden, mit dem Auto erreichen kann, parken kann. Die Straße der Deutschen Einheit kann die Stätten verbinden. Ihr wird mehr Öffentlichkeit zuteil. Reiseführer werden geschrieben und veröffentlicht. Sie unterstützen Menschen auf der Spurensuche.

Tourismus kann für die Grenzstädte eine wirtschaftliche Unterstützung sein. Er kann Grenzmuseen aus einer Lethargie erwecken. Auf jeden Fall ist der Tourismus ein Schlüssel zur Erinnerung von Gastgebern und Besuchern. So war es einmal.

 

Wenn ich über ein Thema nachdenke und schreibe sammle ich immer Zitate dazu. Zitate wurden von weisen Menschen gesagt und geschrieben. Von ihrer Weisheit will ich mich leiten lassen. Daher zum Abschluss einige von mir gesammelte Zitate zu Reise oder Tourismus, wie ich ihn meine:

 

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.
Aurelius Augustinus (354 – 430)

Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Phantasien durch die Wirklichkeit zu korrigieren. Statt uns die Welt vorzustellen, wie sie sein könnte, sehen wir sie wie sie ist.
Samuel Johnson (1696 – 1772)

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.
Matthias Claudius (1740 – 1815)

Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.
Alexander von Humboldt (1769-1859)

Reisen ist für Vorurteile, Bigotterie und Engherzigkeit lebensgefährlich, und viele unserer Leute benötigen es aus diesem Grunde dringend.
Mark Twain (1835 – 1910)

Was ist Reisen? Ein Ortswechsel? Keineswegs! Beim Reisen wechselt man seine Meinungen und Vorurteile.
Anatole France (1844-1924)

Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf.

Oscar Wilde (1854-1900)

Reisen ist das Entdecken, dass alle Unrecht haben mit dem, was sie über andere Länder denken.”
Aldous Huxley (1884 -1963)

Reisen sollte nur ein Mensch, der sich ständig überraschen lassen will.
Oskar Maria Graf (1894-1967)

Nur das Unbekannte ängstigt die Menschen; wenn sie erst in den Ereignissen drinstehen, fürchten sie sich nicht mehr.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944)

 

 

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