Der Grenzgänger

Von der Todeszone zum Lebensraum – - – - – - – - Eine innerdeutsche Spurensuche – - – - – - – - – - -

Wo bitte geht’s zur Grenze? 1. Teil

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Am 20. Jahrestag des Mauerfalls habe ich mich erstmals gefragt, was von der Mauer noch existiert. Ich konnte mir meine Fragen nicht beantworten. Deshalb bin ich losgefahren und habe nach den Resten der Mauer gesucht. Daraus sind viele Reisen geworden. Ich habe viele „Grenzorte“ besucht, mit vielen Menschen gesprochen und bin irgendwie in den Bann der nicht mehr existierenden Grenze gezogen worden. So manches Mahnmal und mancher Grenzrest transportierten das Entsetzen aus vergangenen Zeiten. Unsere jüngste Geschichte wurde wach – in mir. Und ich habe mich mit diesen Zeiten beschäftigt, mich mit ihnen auseinander gesetzt.

Ich war allerdings auch vielerorts überrascht, wie wenig von dieser Grenze erhalten geblieben ist. Man hat tabula rasa gemacht, reinen Tisch. Nichts erinnert mehr an diese Zeit. Das fand ich auch nicht gut. Schließlich ist und war diese Grenze ein wesentliches Stück unserer deutschen Geschichte. Die kann nicht einfach so verschwinden.

Aus meinem Erleben ist dieses Buch entstanden. Es ist gewidmet den vielen Menschen, die mit dieser Grenze gelebt haben. Ich habe auf den Wegen an der Grenze mit vielen Menschen gesprochen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich erzähle im Buch auch von diesen Menschen, will sie zur Sprache kommen lassen. Ihrem Wunsch gemäß habe ich die echten Personen in der Anonymität gelassen und sie durch Kunst-Personen ersetzt. Ich dachte, dass ich Ihnen dies schuldig bin.

Das Buch ist nicht nur ein Beitrag gegen das Vergessen, sondern es will auch einladen zum Erkunden.

Folgen Sie doch einfach den Routen des Buches, fahren, wandern, radeln Sie auf der Grenze und entdecken Sie.

Nach vielen Reisen und vielen Erfahrungen rund um die Grenze habe ich einen Wunsch: Sie soll ein touristisches Event werden, wie die chinesische Mauer vielleicht. Menschen sollen kommen, besuchen, staunen. Ich bin mir sicher, dass sie dann automatisch etwas von der Geschichte mitnehmen. Diese Geschichte „klebt“ dann an den Besuchern und lässt sie nicht mehr los. Gut so. Dieses Buch soll ein bisschen Klebstoff sein.

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