Der Grenzgänger

Von der Todeszone zum Lebensraum – - – - – - – - Eine innerdeutsche Spurensuche – - – - – - – - – - -

Klütz.13 (11)

15. Mai 2015
von Schwanfelder
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38. Von Lübeck nach Klütze, Teil 7

Ich besuche natürlich – das ist touristische Ehrensache – die größte barocke Schlossanlage in Mecklenburg-Vorpommern, das Schloss Bothmer. Das barocke Schloss der Grafen von Bothmer wurde von 1726 bis 1732 nach englischen und niederländischen Vorbildern nach Plänen von Johann Friedrich Künnecke errichtet. Die Schlossanlage wurde zum Wahrzeichen der Stadt, auch wenn es etwas abseits liegt. Ein mächtiger Wallgraben ringsum weist bereits auf die Größe des Schlosses hin. Und es gehört noch ein malerischer Landschaftsparks dazu. Eine Lindenallee führt auf das Schloss zu. Den schönsten Blick auf das Schloss hat man auf dem Weg aus dem kleinen Ort Hofzumfelde zum Schloss Bothmer. Von dieser Perspektive erahnt man die Bedeutung der Symmetrie für die Baumeister. Weiterlesen →

Klütz.13 ( 6)

15. Mai 2015
von Schwanfelder
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38. Von Lübeck nach Klütze, Teil 6

In der no-go-area von einst kann man sich jedenfalls gut bewegen. Man kann wandern, Fahrrad fahren und mit dem Auto parken. Man bezahlt, wenn man zum Strand will, aber als Gegenleistung wurde eine Infrastruktur aufgebaut. Holzwege führen zum Meer. Toiletten und Abfallbehälter sind vorhanden. Einmal mehr, einmal weniger. Das geschäftige Leben von Tourismus, Handel und Freiheit ist eingezogen. Und das ist gut so. Weiterlesen →

Schwanbeck.13 (9)

15. Mai 2015
von Schwanfelder
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38. Von Lübeck nach Klütze, Teil 5

Ich hätte entlang der Küste bis nach Boltenhagen wandern können, auf dem Kolonnenweg. Aber ich muss gestehen, dass ich nach meiner Reise doch etwas ermüdet bin und da es hier keine Mauern, Zäune und Wachtürme gibt, interessiert mich das Gebiet auch nicht so stark. Ganz zu Unrecht. Die Küstenlandschaft ist äußerst reizvoll, vom breiten, weißen, steinfreien Sandstrand bis zur zweithöchsten Steilküste entlang der Ostsee. Und Boltenhagen selbst ist das zweit älteste Seebad Mecklenburgs. Es gibt noch herrliche alte Häuser, entstanden vor der Jahrhundertwende in Bäderarchitektur, aber leider auch immer mehr funktionale Neubauten:  Wohnhäuser, Einkaufspassagen, Feriendomizile und diverse Kureinrichtungen.

Die Geburt als Seebad kann man mit dem Jahr 1803 festsetzen als die gräfliche Familie Bothmer aus dem Nachbarort Klütz den ersten Badekarren an den Strand schaffen ließen. Die Dörfler und Fischer von Boltenhagen, wo damals gerade mal zehn Häuser standen, staunten nicht schlecht. So begann die Karriere eines Strandbades. Das Baden wurde ein gesellschaftlicher Modetrend, das Bürgertum bestand darauf, sich beim Baden zu erholen. Weiterlesen →

Dassow.13 (14)

14. Mai 2015
von Schwanfelder
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38. Von Lübeck nach Klütze, Teil 4

Der Parkwächter am Strand von Harkensee

 

Der erste Ort nach Priwall auf DDR-Gebiet ist Harkensee, das noch zu Dassow gehört und biege ab zum Meer. Man kann ziemlich weit bis zum Meer fahren, dann aber ist es aus. Gesperrt für Fahrzeuge aller Art. Das hat nun zwar nichts mehr mit der Grenze zu tun, aber immerhin etwas mit gewissen Grenzen für den Tourismus. Mecklenburg hat sich zum beliebten Ferienland gemausert und immer mehr Menschen verbringen hier ihren Urlaub, wollen natürlich bis zum Meer fahren. Ich auch. Aber abgesperrt. Es geht nicht mehr weiter. Es gibt zwar keinen Zaun, aber eine Schranke.

Ein Parkplatz und ein Parkwächter. Er kassiert. Weiterlesen →

Ostsee.13 (23)

14. Mai 2015
von Schwanfelder
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38. Von Lübeck nach Klütze, Teil 3

Schließlich klopfe ich noch an der Ostsee an. Ich muss unbemerkt die Grenze passiert haben, denn plötzlich bin ich in Priwall (West), lande auf der Fahrspur zur Fähre und ehe ich es mir versehe bin ich in Travemünde.

Ich komme zu der Auffassung, dass ich meine Suche abschließen könnte, denn hier gibt es nichts mehr zu finden.

Man hat trefflich aufgeräumt.

Ich komme mir vor wie in einer Kriminalgeschichte. Der Kommissar kommt an den Schauplatz der Tat und er findet nichts mehr. Die Täter und die Polizisten haben sauber aufgeräumt, haben alle Indizien beiseite geräumt. Alle Beteiligten haben sich geschworen, dass von diesen Zäunen und Maueren nichts mehr erhalten bleiben soll.

Ich will mich hier nicht einmischen .Es soll so sein. Weiterlesen →

Dassow.13 (13)

14. Mai 2015
von Schwanfelder
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38. Von Lübeck nach Klütze, Teil 2

Die Fischer von Dassow

 

Bei einer Imbissbude sitzen zwei Männer und trinken ein Bier. Ich setze mich dazu, weil ich Durst habe, trinke auch ein Bier.

Ich frage nach, welchen Fisch sie hier fangen.

Aber die beiden beteuern, dass sie keine Fischer sind. Ihre Väter. Das rentiert sich heute nicht mehr. Sie erzählen von irgendwelchen Vorschriften aus Brüssel.

Früher hätten sie hier eine sehr attraktive Fischindustrie gehabt.

Und wir kommen ins Gespräch.

Ich erzähle, warum ich hier bin und kaum habe ich das gesagt, meint der eine, und der andere nickt bestätigend: „Da können wir Ihnen eine Geschichte erzählen.“ Weiterlesen →

Bardowiek.13 (10)

14. Mai 2015
von Schwanfelder
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38. Von Lübeck nach Klütze, Teil 1

 

 

Ich habe bei Bardowiek noch eine Erinnerungs- und Gedenkminute eingelegt. Ein geschleiftes Dorf. Ihm hat man ebenfalls nur einen Findling mit dem Namen spendiert. Die Wüstung gerät in Vergessenheit.

 

Ich fahre durch eine für mich fremde Landschaft. Ich bin mir sicher, dass unsere Erfahrungen nicht geprägt sind von einem Unterschied zwischen West und Ost, sondern eher zwischen Nord und Süd. Das liegt schon an der Landschaft und dann auch an den Menschen, die diese Landschaften hervorgebracht haben. Ich habe gelesen, dass die Landschaft Mecklenburgs beschrieben wird als „unberührt und einzigartig, romantisch, anmutig aber auch wild und charaktervoll“. Ich kann damit nicht sonderlich viel anfangen. Für mich ist dies einfach Weiterlesen →

166.Schlagsdorf.13

26. April 2015
von Schwanfelder
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37 Von Lauenburg nach Lübeck, Teil 11, touristische Hinweise

 

Lübeck, Ratzeburg, Mölln

Nur 10 bis 20 Kilometer sind es von der Stecknitz-Region bis nach Lübeck, Ratzeburg und Mölln. Selbst die Ostseestrände sind mit dem Auto in einer guten halben Stunde erreicht.

Ein Besuch der Hansestadt Lübeck wird zum Erlebnis. Die gesamte Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Besucher fühlen sich in den schmalen Gassen und vor eindrucksvollen Gebäuden oft wie ins Mittelalter zurückversetzt. Stolz und Macht der Hanse vermitteln das Holstentor, die Salzspeicher, die fünf großen Altstadtkirchen und das prächtige Rathaus. Alte Segelschiffe im Museumshafen und die Ausflugsschiffe an der Untertrave sorgen für maritime Atmosphäre und geben einen Vorgeschmack auf die Bade- und Fischerorte an der Ostsee, die sozusagen direkt vor der Haustür Lübecks liegen. Mehr Informationen finden Sie hier. Weiterlesen →

26. April 2015
von Schwanfelder
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37 Von Lauenburg nach Lübeck, Teil 10, Bilder

173.Schlutup (2)

26. April 2015
von Schwanfelder
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37 Von Lauenburg nach Lübeck, Teil 9

Und doch gibt es in Lübeck ein Grenzmuseum. In Schlutup. Dort erhebt sich ein Findling neben der Straße, unbekannt, kaum einer kümmert sich darum. Er wurde 1956 gesetzt und widmet sich einem Wortspiel. Schlutup  oder Slut Up, wie auf dem Findling steht, heißt „Schließt auf!“ und wurde zum Programm der Lübecker. Aber damals war noch Grenze. Die Schlutuper litten an dem Grenzverkehr. Hier verlief die nördlichste Transitstrecke und besonders häufig rollten hier die Mülltransporter zur VEB Deponie Schöneberg. Der Westen exportierte seinen Müll in den Osten. Der Osten erhielt Devisen, anscheinend ein gutes Geschäft. Weiterlesen →